Inspektor Hornleigh, das Original!

10. Mai 2012 | Abgelegt unter Dance, Dubstep, Labels, Musikbote, New Releases, Presse, Style, Suite 51, Techno

Inspektor Hornleigh, das OriginalDownload EP-Album“Der Inspektor ermittelt“ (Original) von Ex-Yello Carlos Perón erschienen. Release date Digital: 16.03.2012; Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Wenn du das Unmögliche ausgeschlossen hast, muss das, was übrig bleibt, die Wahrheit sein – wie unwahrscheinlich es auch ist.
Arthur Conan Doyle, The Adventure of the Beryl Coronet (Sherlock Holmes)

„Bingham! Können Sie nicht mal einen Moment still sein? Ich lass mir grade die beiden Unterredungen nochmal durch den Kopf gehen, aber ich komm noch zu keinem Resultat“. (Inspektor Hornleigh)

Mit „Der Inspektor ermittelt“ präsentiert Suite 51 eine von Carlos Perón hergestellte Neubearbeitung im Dubstep-Stil der Original-Titelmusik aus der TV-Krimireihe „Inspektor Hornleigh greift ein“ (1961). Seit genau 50 Jahren wurde das Original nicht mehr öffentlich aufgeführt. Carlos Perón hat sich an die von Kurt Herrlinger komponierte Krimiperle gewagt und diese einer modernen, zeitgemäßen Bearbeitung unterzogen.

„Beim Hören der Originalfassung hat mich Herrlinger’s Sound fasziniert, ein krimineller Swing-Sound, der mich an Frank Sinatra’s ‚The Man With The Golden Arm‘ erinnerte. Ich war sofort inspiriert und begeistert“, so der Soundmeister.

Bereits mit „Der Hexer“ hat Suite 51 ein Krimiwerk und Kulthit von Carlos Perón neu aufgelegt. In Anlehnung an die Kultfilmreihe um die Edgar-Wallace-Filme, die seit den 1920er-Jahren produziert werden, gehört „Der Hexer“ mit zu den erfolgreichsten seines Genres und seiner Zeit der 1960er Jahre. Fast dreißig Jahre später sollte der auf den Edgar Wallace Romanen basierende Song „The Hexer“ wegweisend für die in Deutschland entstehende Technorichtung werden.

Perón ist bekannt für seine meisterhaften musikalischen Umsetzungen von Literaturvorlagen. Schon 1983 produzierte er den Song “Der Komtur”, der auf der Novelle von Jeremias Gotthelf basiert, welcher 1984 in England zum Kulthit wurde und erst 1992 durch einen Remix von Thorsten Fenslau in Deutschland zum Szenehit avancierte. Suite 51 bringt die von Carlos Perón arrangierte Krimiperle „Der Inspektor ermittelt“ nun in die digitalen Shops.

Kurt Herrlinger (1918-2003): Der Meister und Urvater (Krimi-Hörspiel 1950: „Irren ist teuflisch“) aller 60er Jahre Krimiserien, seine Musik inspirierte nachfolgende Autoren. Sein Sound-Stil: Big Band, Tanz- und Unterhaltungsorchester, Kesselpauken, Synkopen und Rhythmuswechsel, so wie man es dann noch fast weitere zwei Dekaden lang in Klassikern wie Stahlnetz (ab 1958), Edgar Wallace (ab 1959), Die erste Mrs Selby (TV-Krimi Kurt Herrlinger, 1960), Treibjagd (TV-Krimi Kurt Herrlinger, 1961), James Bond (ab 1961), Aktenzeichen XY (1967) und Der Kommissar (ab 1969) hören konnte. Das Lebenswerk von Kurt Herrlinger umfasst rund 850 Kompositionen.

Komponiert wurde die Krimimusik von Kurt Herrlinger, der über 40 Jahre seines Berufslebens als Dirigent, Komponist und Pianist für den WDR gearbeitet hatte. Rund 2000 Sekunden Filmmusik auf 4 Krimifolgen der berühmten Krimireihe „Inspektor Hornleigh“ sind durch Adalbert Luczkowski und dem Kölner Tanz- und Unterhaltungsorchester (heute WDR Big Band) eingespielt worden. Für Millionen von Rundfunkhörern wurde das Orchester unter seiner Leitung zu einem Begriff für gute Unterhaltungsmusik und bekam internationalen Klang. Sehr häufig war das Orchester auch in dem noch jungen und damals eindimensionalen deutschen Fernsehen zu sehen, so z. B. bei den Eurovisionssendungen zum Grand Prix.

Die Reihe „Inspektor Hornleigh greift ein“ war fast so etwas wie die allererste interaktive TV-Sendung. Sie ist quasi die Vorläufer-Serie zu der bekannten ARD-Serie „Dem Täter auf der Spur“. Der Scotland-Yard-Inspektor Hornleigh (Helmut Peine) ermittelt in verschiedenen Kriminalfällen.
Berufliche Erfahrung, Fleiß und eine scharfe Beobachtungsgabe zeichnen Inspektor Hornleigh von Scotland Yard aus. Der besonnene britische Ermittler hört genau hin wenn er Verdächtige befragt, rekonstruiert minutiös das kleinste Detail, bevor er schließlich den Täter mit bloßem Scharfsinn entlarvt. Der Verdächtige verrät sich stets während der Befragungen des Inspektors.

Paul Klinger zeigt sich als Gastgeber einer kleinen privaten Abendgesellschaft, der er die Fälle Hornleighs vorführt. Bevor er die Tat aufklärt, wird die Sendung unterbrochen. Zeit für die Zuschauer, selbst nach dem Täter zu suchen und die verdächtigen Personen nochmals Revue passieren zu lassen. In zwei musikuntermalten Minuten werden die Bilder der Verdächtigen nochmals gezeigt, erst dann wird die Lösung präsentiert. Inspektor Hornleigh klärt den Fall am Ende in allen Details auf und es gibt in jeder Folge eine schöne klassische Rückblende, wie die Tat geschah. Empfohlen wurden die einzelnen Folgen von der Presse damals ab 16 Jahren.

Paul Klinger stellt seinen Gästen Inspektor Hornleigh wie folgt vor: „Superdetektive gibt es nur in billigen Kriminalromanen. Unser Inspektor Hornleigh leistet wirkliche Arbeit. Der Erfolg seiner Arbeit basiert auf einer gründlichen Schulung, auf einer beruflichen Erfahrung, auf einer sehr scharfen Beobachtungsgabe und viel Fleiß“.

In vier spannenden Fällen dieser sehr britisch anmutenden Krimireihe verblüfft der kleine, untersetzte Beamte mit seiner Kombinationsgabe und hervorragenden Dialogen nicht nur Täter, Kollegen und Vorgesetzte, sondern auch den Zuschauer.

Die 1961er-Jahre-Produktion gehört heute zu den Klassikern der Krimiunterhaltung. Die Inszenierung gleicht den kammerspielartigen Durbridge-Mehrteilern der früher 1960er Jahre. Zwischenschnitte dienen als Szenenwechsel mit Außenaufnahmen von der Themse, Big Ben und dem Scotland-Yard-Gebäude. Die Szenenbilder und Kulissen stammen von Alfred Bütow und Alfons Windau, die ihr Können auch bei Durbridge-Verfilmungen des WDR unter Beweis stellten.

Der Produktionsverantwortliche und Regisseur Hermann Pfeiffer holte für „Inspektor Hornleigh“ eine Reihe von Schauspielern in Gastrollen vor die Kamera, die aus WDR-Durbridge-Produktionen (Fernsehfilm oder Hörspiel („Paul Temple“)) bestens bekannt sind: Siegfried Wischnewski, Manfred Heidmann, Alf Marholm, Werner Schumacher, Alwin Joachim Meyer, Manfred Inger, Irmgard Först, Magda Hennings, Kurt Faber, P. Walter Jacob, Gerhard Becker, Friedel W. Bauschulte, Bernd M. Bausch, Alfred Abel-Adermann, Frank Barufski, Caspar Brünninghaus sowie Joachim Teege.

Die Drehbücher stammen vom Briten John P. Wynn und wurden in England zuvor schon von der BBC verfilmt. Inspektor Hornleigh kam vierzehntäglich auf die Bildschirme der Zuschauer und zwar freitags kurz vor 21 Uhr. Warum die Serie nicht weiter produziert wurde ist heute kaum nachvollziehbar, wahrscheinlich war sie zu teuer, zumal man außerdem deutschen Krimiserien 1961 noch keine Chance gab. Da musste erst „Der Kommissar“ kommen. Und dennoch kann gesagt werden, dass „Inspektor Hornleigh“ der allererste Serienermittler in einer deutschen Fernsehserie war. Inspektor Hornleigh gab es übrigens schon zuvor als Kinofigur. 1939 und 1941 entstanden die Filme „Inspector Hornleigh“ (1939), „Inspector Hornleigh on Holiday“ (1939) und „Inspector Hornleigh Goes to It“ (1941) sowie in Frankreich ebenfalls 1939 „L’inspecteur Hornleigh“.

Regie führte Hermann Pfeiffer (1902-1969), der als Regisseur vier Kino- und drei weitere TV-Filme drehte (u.a. „Der Raub der Sabinerinnen“ (1959)). Pfeiffer war aber auch Darsteller und spielte in Nebenrollen in rund 100 Spielfilmen mit. Außerdem kümmerte er sich für den WDR um die Produktion, so war er verantwortlicher Produktionsleiter bei dem Francis-Durbridge-Klassiker „Das Halstuch“ (1961). Hauptdarsteller Helmut Peine (1902-1970) trat in rund 20 Kinofilmen auf, spielte in mehreren „Stahlnetz“-Folgen als Ermittler mit und war auch bei „Sir Arthur Conan Doyle/Sherlock Holmes“ (1967/68) mit von der Partie. Zu sehen war er außerdem in „Die Nibelungen“ (1966) und in „Münchhausen“ (1966). Den meisten Krimifans wird er als Dr. Linderhof in dem Durbridge-Klassiker „Die Schlüssel“ (1964) bekannt sein.

Kurt Herrlinger kam 1949 als Pianist, Arrangeur, Komponist und musikalischer Leiter zum damaligen Nordwestdeutschen Rundfunk. Er wirkte in seinem eigenen Ensemble, beim kleinen Unterhaltungsorchester und später als Pianist des WDR Rundfunkorchesters Köln. Als Komponist, Orchesterpianist sowie als Arrangeur beherrschte der Wahlrheinländer stilsicher die ganze Bandbreite der unterhaltenden Musik. Kurt Herrlinger hat durch seine künstlerischen Leistungen als Musiker zu den anerkannten Erfolgen des Kölner Rundfunkorchesters beigetragen. Nebenbei arrangierte er, stets geschmackvoll, nie überladen, immer stilsicher. Die Aufnahmen mit ihm als Pianisten sind von bleibendem Wert. Allein das Gesamtlebenswerk an Kompositionen und Bearbeitungen von Kurt Herrlinger umfasst einen beeindruckenden Umfang von rund 850 Werken, davon 18 Bühnenwerke. Dazu kommen weitere unzählige Arbeiten für den WDR als gefeierter Solo-Pianist und musikalischer Leiter bei Konzerten im In- und Ausland. Der Planeten- und Chansonzyklus ist Herrlinger’s letzte Komposition und unsere Erde „Der Blaue Planet“ seine letzte Vertonung in Chansonart überhaupt. Seine Kompositionen hat Kurt Herrlinger noch selbst am Klavier eingespielt. Am Piano wurde Kurt Herrlinger oft wegen seines notenfreien Spiels aus dem Gedächtnis bewundert: „Sie spielen herr-lich!“
„Ja“, lachte er dann, „ich spiele Herr-linger.“

Carlos Perón war Gründer der weltweit bekannten Kult-Band YELLO und Initiator des weltweit ersten Videoclips „The evening‘s young“ aus dem zweiten Album „Claro que si“ sowie fünf Jahre aktives Mitglied der Band. Mit „Wolfsheim“ und dem Titel „The Sparrows and the Nightingales“ eroberte Perón mit diesem Newcomer-Act zu einem späteren Zeitpunkt die Charts.
Mit seinen bei Suite 51 veröffentlichten aktuellen Alben EL NUEVO und PERÒNISMO PARA TI!,die neue Versionen der Yello-Hits “BOSTICH”, „THE EVENING´S YOUNG“ und “YOU GOTTA SAY YES TO ANOTHER EXCESS” sowie “Der Komtur” enthalten, darf man getrost behaupten, dass der neue, moderne Perón-Sound der beste ist, den es je seit Yello zu hören gab. U.D.A.

Produced by Carlos Perón
Co-Produced by Martin Dimitrov
All songs published by The Frankfurter Publisher, Edizione
Executive Production & Mastering: Liquid Gold Mastering
LC 19084 SUITE 51
© 2012 MCDP International UG (haftungsbeschränkt)

Titel: Der Inspektor ermittelt (Ermittlung im Klub) (Original)
[audio:streaming/S51D508/dex311150802.mp3]
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Der Kommissar
Stahlnetz
Aktenzeichen XY
Edgar Wallace
The man with the golden arm

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